Sportwetten – sportliche Faszination und existenzielles Leid dicht verwoben

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(2) Art und Umfang der Werbung für öffentliches Glücksspiel darf den Zielen des § 1 nicht zuwiderlaufen.

  • Sponsoring von Kulturveranstaltungen und Festivals
  • Werbung in Programmheften von Theatern und Konzerthäusern
  • Kooperationen mit Film- und Serienstreamingdiensten
  • Product Placement in deutschen TV-Produktionen und Reality-Formaten

Bei der Werbung für einzelne Glücksspiele dürfen besondere Merkmale des jeweiligen Glücksspiels herausgehoben werden.

Zielgruppe Präferierte Kanäle Typische Werbebotschaft / Motiv Besondere rechtliche Auflagen
Sportinteressierte (v.a. Männer 18-49) Sport-TV, Sport-Websites, Fußball-Podcasts Quoten, Live-Wetten, "Dabeisein"-Gefühl Warnhinweise bei Sportevents prominent
Casino-Spieler (gemischte Altersgruppen) Unterhaltungs-TV, Lifestyle-Magazine, Online-Video Unterhaltung, Spannung, Jackpot-Träume Klare Suchtpräventionshinweise
Lottospieler (breite Bevölkerung) Tageszeitung, Radio, Außenwerbung (Plakate) Traum vom großen Geld, Gemeinschaft (Klasse) Transparenz der Gewinnchancen
E-Sports-Enthusiasten (jünger) Twitch, Gaming-Websites, E-Sports-Streams Wetten auf E-Sports-Matches, Skin-Betting Strikte Alterskontrolle, keine Jugend-Idole

Werbung darf sich nicht an Minderjährige oder vergleichbar gefährdete Zielgruppen richten.

Grundlagen der Glücksspielwerbung

Dementsprechend sei auch die Fernsehwerbung für illegale Glücksspiele nicht erlaubt, so der BGH. Trotz dieses Verbots hatte es immer wieder Werbung im Fernsehen für Online-Glücksspiele gegeben. Inzwischen kann die Werbung erlaubt sein, wenn die Anbieter eine entsprechende in Deutschland gültige Lizenz besitzen. Darauf wird in der Regel in den Werbespots hingewiesen (Whitelist). „Der BGH machte deutlich, dass nicht nur die Werbung, sondern eben auch die beworbenen Online-Glücksspiele unzulässig waren.

Werberichtlinie ist schwammig formuliert

Für die Spieler bedeutet das, dass sie ihr verlorenes Geld zurückverlangen können, weil die Spielverträge nichtig sind und die Betreiber der Online-Casinos keinen Anspruch auf das Geld haben“, sagt Rechtsanwalt István Cocron, CLLB Rechtsanwälte. Vor dem BGH ging es um Fernsehwerbung für cas casino ohne einzahlung bonus code illegale Online-Glücksspiele, die unter Domains mit der Endung .de angeboten wurden. Konkret ging es um die Webseiten und Die Domains waren auch jeweils über eine .com-Endung in deutscher Sprache aufrufbar, auf die die User weitergeleitet wurden. Eine erforderliche, in Deutschland gültige Lizenz lag für die Glücksspielangebote nicht vor. Der BGH folgte der Argumentation des Klägers, dass die Werbung wettbewerbsrechtlich unzulässig ist, da für Glücksspiele geworben wurde, die in Deutschland verboten waren.

1. Glücksspielbegriff im Unionsrecht

Der beklagte Medienkonzern habe für die Ausstrahlung der Werbesports jedoch nicht einzustehen. Der BGH führte weiter aus, dass im Glücksspielstaatsvertrag Verbote bzw. Beschränkungen für die Bewerbung von Glücksspielen geregelt sind. Diese Bestimmungen seien als Marktverhaltensregeln zum Schutz der Spielteilnehmer i.S. § 3a UWG (Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb) zu sehen. Soweit möglich, sind Minderjährige als Empfänger von Werbung auszunehmen.

Das rechtliche Chaos um Sportwetten im Rückblick

Die Bande zeigte überwiegend Logos eines Sportwettenanbieters in voller Bildschirmbreite. „Aufhorchen lassen auch Art und Umfang der Werbung auf Social Media, die sich von Haus aus eher an ein jüngeres Zielpublikum richten. Die Forschungsergebnisse zeigen einen fließenden Übergang zwischen Information und Werbung, der insbesondere für Kinder und Jugendliche problematisch sein kann,“ sagt Steffen Otterbach von der Forschungsstelle Glücksspiel an der Universität Hohenheim. „Auch ist die Zahl von bis zu knapp 200 Posts pro Anbieter in diesem Zeitraum cas casino bonus ohne einzahlung neu oktober 2026 sehr hoch.“ Der Beauftragte der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen Burkhard Blienert sieht das Werbevolumen beim Glücksspiel genauso kritisch wie in den anderen Feldern: „Am Ende waren es bei der Euro 2024 die Fans, die für ein Milliardengeschäft die Zeche gezahlt haben – erst mit ihren Spieleinsätzen und später auch mit ihrer Gesundheit. Ein Mittel gegen Sucht ist gute Prävention“, bekräftigt der Bundesdrogenbeauftragte.

2. Soziale Dimension des Glücksspiels

Was ihn umtreibt, ist, „dass der Staat den Wettanbietern ein wenig wie David gegen Goliath gegenübersteht, vergleicht man Werbebudget und Präventionsausgaben. Dabei wissen wir seit Jahren, was zu tun wäre und dass wir in allen Bereichen, weit über das Glücksspiel hinaus, deutlich mehr Prävention brauchen, angefangen bei engen Grenzen für die Werbung.“ „Wir müssen, wenn es um Suchtgefahren geht, endlich vor die Welle kommen. Nur pumpen die Wettanbieter bisher hunderte Millionen in Werbung, während im staatlichen Präventionsbudget nur ein minimaler Teil dieser Summe steckt. Oder deutlicher: In Deutschland fließt 100-mal so viel Geld in die Werbung für Glücksspiel als in die Prävention“, ergänzt Blienert. Dass Branchenunternehmen verstanden haben, dass Werbung wirkt, belegen Zahlen von Nielsen Media Research: Zu Großereignissen wie Welt- und Europameisterschaften legen einzelne Wettanbieter in den zwei Monaten vor und nach dem Event nochmals eine „echte Schippe oben drauf“ – bis zum zehnfachen ihres normalen Werbebudgets.

Was sollte sich ändern?

Da werden aus 15 Millionen kurz 30 Millionen Euro und aus 300.000 Euro auch drei Millionen. Die Werbeausgaben werden zum Beispiel zwei Monate vor dem Sportevent um fast 80 Prozent erhöht und einen Monat davor nochmals um 30 Prozent; das belegen Zahlen aus 2018 und 2021. Inzwischen leiden mindestens 1,3 Millionen Menschen zwischen 18 und 70 Jahren an einer Glücksspielstörung. Jeder dritte davon nimmt an Live-Sportwetten teil. Der Bundesgerichtshof hat bereits mit Urteil vom 22.07.2021 deutlich gemacht, dass ohne eine gültige Lizenz Online-Glücksspiele in Deutschland verboten sind. Irreführende Werbung für öffentliches Glücksspiel, insbesondere solche, die unzutreffende Aussagen über die Gewinnchancen oder Art und Höhe der Gewinne enthält, ist verboten. In der Werbung dürfen die Ergebnisse von Glücksspielen nicht als durch den Spieler beeinflussbar und Glücksspiele nicht als Lösung für finanzielle Probleme dargestellt werden.

  • Vergleichsportale, die Bonusangebote verschiedener Anbieter listen
  • Affiliate-Websites und Blogs mit strategisch platzierten Werbelinks
  • Gezielte Suchmaschinenwerbung (SEA) auf Keywords wie „Online Casino Bonus“
  • Content-Marketing durch Artikel über Spielstrategien

Werbung, die den Eindruck erweckt, ein redaktionell gestalteter Inhalt zu sein, ist unzulässig.

  • App-Store-Optimierung (ASO) für Casino-Apps
  • Push-Benachrichtigungen über aktuelle Promotionen auf dem Smartphone
  • Werbeanzeigen in anderen mobilen Apps und Spielen
  • SMS-Marketing mit direkten Links zum Anbieter

(3) Täglich zwischen 6 Uhr und 21 Uhr darf keine Werbung im Rundfunk und Internet für virtuelle Automatenspiele, Online-Poker und Online-Casinospiele erfolgen; Absatz 4 bleibt unberührt. Unmittelbar vor oder während der Live-Übertragung von Sportereignissen ist auf dem übertragenden Kanal Werbung für Sportwetten auf dieses Sportereignis nicht zulässig.

2. Die strafrechtliche Seite:

Staatsvertrag zur Neuregulierung des Glücksspielwesens in Deutschland (Glücksspielstaatsvertrag 2021 - GlüStV 2021) (1) Inhaber einer Erlaubnis nach § 4 dürfen vorbehaltlich anderweitiger gesetzlicher Regelungen für die erlaubten Glücksspiele werben und Sponsoring betreiben. Sie können Dritte mit der Durchführung der Werbung beauftragen. In der Erlaubnis nach § 4 sind Inhalts- und cas online casino deutschland betano Nebenbestimmungen zur Ausgestaltung der Werbung für öffentliches Glücksspiel, insbesondere im Fernsehen und im Internet einschließlich fernsehähnlichen Telemedien und Video-Sharing-Diensten, sowie zu Pflichthinweisen festzulegen. Nicht vom Verbot nach Satz 4 umfasst sind Anrufe des Spielers oder Spielinteressenten beim Veranstalter oder Vermittler; diese Telefonate dürfen mit Einwilligung des Spielers oder Spielinteressenten im Hinblick auf § 7 Absatz 2 Nummer 2 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb auch Werbung für erlaubtes Glücksspiel zum Gegenstand haben. Ferner ist die Telekommunikation innerhalb eines bestehenden Vertragsverhältnisses nicht vom Verbot nach Satz 4 erfasst. Werbung für Sportwetten mit aktiven Sportlern und Funktionären ist unzulässig.

Konsequenzen bei Verstößen gegen den GlüStV

Die Bedingungen für Online-Glücksspiele in Deutschland wurden zwar zum 1. Juli 2021 etwas gelockert. Bis dahin war nach den Bestimmungen im Glücksspielstaatsvertrag Werbung für öffentliche Glücksspiele im Fernsehen bis auf wenige Ausnahmen für Lotterien oder Sport- und Pferdewetten verboten. Seit dem 1. Juli 2021 sei die Werbung im Fernsehen für Online-Glücksspiele zwar erlaubt, allerdings müsse der Anbieter der Online-Glücksspiele dann über eine in Deutschland gültige Lizenz verfügen, so der BGH.

Warum steht Glücksspielwerbung in der Kritik?

Die Karlsruher Richter machten weiter deutlich, dass sie die unter den Domains abrufbaren Glücksspielangebote für unzulässig halten, wenn die Betreiber nicht über eine in Deutschland erforderliche Konzession verfügen. Folglich dürften sie auch nicht beworben werden. „Der BGH hat damit deutlich gemacht, dass Online-Glücksspiele in Deutschland ohne eine gültige Lizenz verboten sind. Damit können Spieler, die Geld bei illegalen Glücksspielen verloren haben, ihr Geld zurückfordern. Zahlreiche Gerichte haben schon entschieden, dass die Betreiber der Online-Casinos den Verlust erstatten müssen“, so Rechtsanwalt Cocron. (4) In Sportstätten ist Werbung für Glücksspiele nur in Form der Dachmarkenwerbung auf Trikots und Banden sowie ähnlichen Werbemitteln erlaubt.

Januar 2020

Für Hinweisabgaben über den Online-Dienst inhaltlich zuständig ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder. Blienert: „Müssen Prävention in allen Bereichen stärken, gerade wenn es um Suchtgefahren geht“ Fans fiebern mit ihrem Team mit, feiern Siege und trauern alle gemeinsam bei Niederlagen. Dieses positive Image macht Sportereignisse attraktiv für die Werbebranche, insbesondere unter Sportwettanbietern. Die Verlierer sind Menschen mit einer Glücksspielstörung, die erst mit ihrem Geld und dann mit ihrer Gesundheit bezahlen – das widerspricht dem üblichen positiven Image des Sports. Werbung wirkt: für Lippenstift, den neuesten Markenpulli ebenso wie für Alkohol, Tabak und Sportwetten.

Warum richtige Tipps nicht automatisch zu Wetterfolg führen

Nur warten die letzten drei mit besonderen Risiken für Mensch und Gesundheit auf. Werbung führt nach Stand der Forschung zu mehr „Konsum“ oder setzt zumindest einen höheren Anreiz, etwas Auszuprobieren. Bei riskant Spielenden sind es sogar neun von zehn. Hier geht es um die Gesundheit vieler Fans. Gerade für Sportwetten scheint die Werbung omnipräsent: Ob Weltmeisterschaft, Europameisterschaft oder einfach nur Bundesliga – mittlerweile ist kaum ein Fußballspiel ohne Werbung für Sportwetten.

Werbung für simuliertes Glücksspiel

Allein in Deutschland verlieren Spielende mehr als 1,4 Milliarden Euro jährlich bei diesen Wetten. Wie groß ist die Dimension, wenn wir von Sportwettenwerbung sprechen? Diese Frage hat sich die Forschungsstelle Glücksspiel an der Universität Hohenheim gestellt und elf Spiele der Fußball-Europameisterschaft vom vergangenen Jahr genauer unter die Lupe genommen. Für den gleichen Zeitraum hat sie die Social Media-Werbung von zehn legalen Wettanbietern analysiert. Die Auswertung verdeutlicht exemplarisch, wie massiv Werbung während der Fußball-Europameisterschaft 2024 gezeigt wurde: Rund um die Übertragung eines Fußballspiels wurde summiert etwa 15 Minuten lang – die Länge einer Halbzeitpause – für Glücksspiel geworben, zumeist auf der Stadionbande. (5) An einzelne Personen adressierte Werbung für Glücksspiele, an denen gesperrte Spieler nach § 8 Absatz 2 nicht teilnehmen dürfen, darf nur erfolgen, wenn eine vorherige Einwilligung des vorgesehenen Empfängers zu dem Empfang von Werbung und zur Abfrage der Sperrdatei durch den Werbenden vorliegt.

  • Fernsehwerbung für Sportwetten während Live-Übertragungen von Fußballspielen
  • Gezielte Online-Bannerwerbung auf Sport- und Nachrichtenportalen
  • Sponsoring von Bundesliga-Vereinen und -Stadien durch Wettanbieter
  • Radio-Spots mit Bonusversprechen für neue Kunden
  • Werbung in Printmedien wie Tageszeitungen und Sportmagazinen